„Beuth Bonus" - Selbstbestimmtes Lernen unterstützen

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Die Brückenmaßnahme „BeuthBonus“ wird innerhalb des IQ Landesnetzwerkes Berlin an der Beuth Hochschule für Technik Berlin durchgeführt. BeuthBonus ist eine individuelle, ergänzende Qualifizierung für zugewanderte Akademikerinnen und Akademiker, die eine adäquate Arbeit finden möchten. Falls ihre sprachlichen, methodischen und / oder fachlichen Kompetenzen dafür nicht ausreichen, bietet die Qualifizierung einen gezielten, individuellen Kompetenzaufbau an. Die Teilnehmenden werden Schritt für Schritt an die Onlinekurse und das selbstbestimmte Lernen herangeführt. Im Folgenden soll erläutert werden, wie wir unsere Teilnehmenden für das selbstorganisierte Lernen begeistern und welchen Stellenwert die intrinsische Lernmotivation beim Onlinelernen einnimmt.

Selbstbestimmtes Lernen ist eine wichtige Voraussetzung für den eigenen Kompetenzerwerb und den Erfolg beim Wissenserwerb. Deswegen durchlaufen alle Bewerberinnen und Bewerbern zu Beginn ein Beratungsgespräch inklusive Eignungsdiagnose.

Ein wichtiger Teil der Eignungsdiagnose ist die Befragung zu ihrer Motivation und Fähigkeit zum Selbststudium (Selbstreflexion). Damit wollen wir vorab auf mögliche Lern- und Verständnisschwierigkeiten in der Online-, Selbststudien- und Präsenzphase hinweisen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen bzw. bei fehlender Motivation die Teilnahme ausschließen. Die Teilnehmenden entscheiden selbst, an welchen Kursmodulen Sie aktiv teilnehmen möchten. Ein Instrument hierbei ist der Fragebogen zur Selbstreflexion. Er wertet anhand von 19 Feststellungen, wie z.B. „Wenn ich Probleme habe, suche ich immer direkt nach einer Lösung.“ die Lernmotivation, Eigeninitiative, Lernstrategien und das Durchhaltevermögen aus. Die Ergebnisse werden mit den Teilnehmenden besprochen.

Vielen fällt es schwer ihre beruflichen sowie Lernziele zu konkretisieren und kontinuierlich zu verfolgen. Dementsprechend unsicher ist die Lernmotivation und das Durchhaltevermögen gerade bei Onlinestudiengängen. Erst durch die Entwicklung eines konkreten beruflichen Zieles wird die Lernkompetenz für eine erfolgreiche Teilnahme entwickelt. Denn wenn ich etwas unbedingt erreichen möchte, dann überwinde ich auch Lernbarrieren und organisiere mir Lernzeit. Zudem ist es für handlungsorientierte Kompetenzen wichtig, das Wissen selbst erarbeitet, ausprobiert und durch Wiederholung sowie Reflexion vertieft und verinnerlicht wird. Wenn das Lern- und Berufsziel klar umrissen ist, fördert dies die intrinsische Motivation.

Die aktive Einbindung der Teilnehmenden in die Gestaltung der Qualifizierung stärkt und bildet die Lernkompetenz der Teilnehmenden heraus. Im Rahmen der ersten Seminarwoche entwickeln Sie ihre Ziele (MindsetFirst), reflektieren ihre eigene Lernbiografie, übernehmen erste Aufgaben, die sie später im Verlauf der Qualifizierung mit der Gruppe teilen (z.B. Begriffspatenschaften), motivieren zum selbstbestimmten Lernen, konkretisieren im Rahmen des Bewerbungscoachings eigene Lern- und Berufsziele, um dann einzelne Tätigkeitsfelder und Lernprozesse biografisch zu analysieren. Dies hilft Ihnen ihre eigenen Kompetenzen, ihr Profil und mögliche Lücken herauszuarbeiten. Des Weiteren forcieren die Präsenzseminare zu Beginn den Aufbau von Lerngruppen, mit dem Ziel, sich in Phasen des Selbststudiums gegenseitig zu unterstützen. Bei der Lern- und Arbeitsplanung sowie dem Umgang mit möglichen Lernschwierigkeiten und deren individuellen Lösungsmöglichkeiten hilft das Seminar „Zeit-und Selbstmanagement“. Im Seminar „Interkulturelle Kommunikation im Arbeitsalltag“ werden die nonverbale und verbale Kommunikation, ihre Werte, Wertvorstellungen und jeweiligen Umgangsformen sowie mögliche Irritationen thematisiert. Es kann für die Onlinephase hilfreich sein, eine gemeinsame Netiquette (Do´s and Don´ts) zu formulieren, auf die sich alle Beteiligten einigen und so ein erfolgreiches Lernsetting kreieren.

Eine Lernbegleitung der Teilnehmenden, die zu Beginn besonders intensiv sein sollte, und die selbstständige Reflexion des eigenen Lernverhaltens fördern die aktive Teilnahme und den Erfolg von Blended-Learning-Qualifizierungen (Präsenz- und Onlinelernen mit Selbststudienphasen). Wenn sich die Teilnehmenden nicht nur auf die Lösungsvorschläge der Dozent/innen verlassen, sondern auch die Kommiliton/innen in ihre Lernstrategien mit einbeziehen, fördert das einen intensiveren Austausch und größeren Erkenntnisgewinn. Durch gezielte Aufgabenteilung können sie sich selbst einbringen und ihr Selbstvertrauen stärken, das durch längere Phasen der Arbeitslosigkeit meistens stark gelitten hat. Wenn sich erste Lernerfolge einstellen und die Angst vorm Versagen genommen wurde sowie die Teilnehmenden sich gegenseitig beim Lernen motivieren, nehmen auch Neugierde, Ehrgeiz und Mut zum Ausprobieren im Laufe der Qualifizierung zu.

Constance Adlung
BeuthBonus Berlin
Beuth Hochschule für Technik Berlin
Fernstudieninstitut
Luxemburger Str. 10
13353 Berlin
http://beuthbonus.beuth-hochschule.de/