IQ eröffnet Perspektiven: Vernetzung von MigrantInnenorganisationen (MO) und kommunalen Verwaltungen

Schaubild zur Rolle von MigrantInnenorganisationen bei der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationsgeschichte.

Klicken Sie auf das Bild, um zur Präsentation Netzwerk „Arbeitsmarktintegration von afghanischen Geflüchteten“ zu gelangen.

Seit mehreren Jahren vernetzt der Verband für interkulturelle Arbeit (VIA) Regionalverband Berlin/Brandenburg e.V., mit dem Teilprojekt „Willkommen in Berlin - Empowerment von MigrantInnenorganisationen (MO) im Kontext der Strukturen kommunaler Willkommenskultur“ vom Berliner Landesnetzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, MO mit kommunalen Verwaltungen. Ziel ist die Stärkung von MO als Partner der Arbeitsmarktakteure sowie die Förderung der interkulturellen Öffnung der kommunalen Verwaltungen und Facheinrichtungen durch MO.

Das Teilprojekt initiiert und koordiniert Netzwerke zu unterschiedlichen Themen, mit dem Ziel die Förderung der vielfältigen Arbeitsfelder von MO unter dem Aspekt der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund neu zu beleuchten, mit ihnen gemeinsam die vorhandenen Strukturen in den Kommunen im Sinne einer Willkommenskultur zu verändern und sie als Akteure für die Arbeitsmarktintegration zu gewinnen.

Im Jahr 2017 wurden zwei Netzwerke ins Leben gerufen: Das Netzwerk „Arbeitsmarktintegration von afghanischen Geflüchteten“ gemeinsam mit Yaar e.V. und „Migrannet. Netzwerk für MO und Unternehmen“ zusammen mit dem Paritätischen Landesverband Berlin. Die Netzwerke beabsichtigen verschiedene Akteure wie Bildungsträger, zivilgesellschaftliche Akteure, Einrichtungen im Sozialraum, Unternehmen, kommunale Verwaltungen, Politikerinnen und Politiker sowie MO einzubinden, um die Kommunikation über Integrationsbedarfe in arbeitsmarktbezogenen Themen zu verbessern und gemeinsame Strategien zu entwickeln.

„Die Netzwerke leisten einen wichtigen Beitrag zur Partizipation und haben einen schnelleren Zugang zur kommunalen Verwaltung ermöglicht“, berichtet Kava Spartak von Yaar e.V über seine Arbeit im Netzwerk „Arbeitsmarktintegration von afghanischen Geflüchteten“. Praktisch ermöglichen die Netzwerke nicht nur die Kommunikation vonseiten der MO. Sie entwickeln auch Wege für die kommunale Verwaltung, mit Akteuren der Zivilgesellschaft sowie mit Migrantinnen und Migranten, aber auch Geflüchteten ins Gespräch zu kommen. Die Netzwerke fördern somit die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis aller am Prozess beteiligten Akteure.

Die Nachhaltigkeit der Vernetzung wird aber nur dann gegeben sein, wenn alle Partner auch für sich selbst einen Nutzen darin sehen. Man muss es wohl – noch – als Appell formulieren: Den MO ist zuzumuten, ihre Netzwerkpartner nicht nur als Unterstützer und Geldgeber zu betrachten, sondern sich auch mit deren eigennützigen Zielen und Interessen auseinanderzusetzen und ggf. zu identifizieren. Von den potenziellen Netzwerkpartnern wiederum ist zu verlangen, dass sie die MO nicht nur für sich als Türöffner und Brückenbauer zu den Migrantinnen und Migraten sowie Geflüchteten und deren Familien betrachten. Vielmehr sollen sie die eigenständigen Beiträge erkennen, welche die Organisationen in Fragen der kommunalen Entwicklung, der Bildung, der Ökologie und den Folgen demographischer Verschiebungen leisten können und dass sie – im Netzwerk, bei der Beantragung von Projekten, bei der Formulierung von Anträgen – für die erforderliche personelle und materielle Ausstattung der MO eintreten. „Integration und Partizipation auf Augenhöhe“, wie Spartak sagt, muss kein Schlagwort bleiben, sie kann durch die Vernetzung gleichberechtigter Partner Wirklichkeit werden.

Als Erfolgsfaktor der Netzwerkarbeit  gilt dabei die Entwicklung einer Arbeitsstruktur, „die langfristig aufgestellt ist und über eine rein projektbezogene Fokussierung hinausgeht“, sagt Laura El Khatib, Integrationsbeauftragte des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Darüber hinaus bedeutet „erfolgreiche Vernetzung aber auch, dass die Kommunikation und Ausarbeitung sowie Umsetzung von Maßnahmen auf Augenhöhe stattfindet“, betont Herr Spartak.

 

Bei weiteren Fragen können Sie sich an Maria Oikonomidou wenden:

Maria Oikonomidou

Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA) Regionalverband Berlin/Brandenburg e.V.

Petersburger Str. 92

10247 Berlin

Tel.: +49 (0)30 29 00 69 48

E-Mail: iq-netz-via(at)via-in-berlin.de