IQ informiert: Praxisbeispiel aus der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung im Projekt AnQua

Das Projekt Berliner Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung (AnQua) beim Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg e.V. (TBB) unterstützt Personen mit Migrationshintergrund und im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen beim Zugang zur Arbeit in Deutschland (und insbesondere bei der bildungsadäquaten Beschäftigung) durch das Angebot der unabhängigen Anerkennungsberatung und der Qualifizierungsberatung im Kontext der Anerkennungsgesetze.

Das Projekt Berliner Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung (AnQua) beim Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg e.V. (TBB) ist ein Teilprojekt des IQ Landesnetzwerks Berlin, welches im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ gefördert wird. Mit dem Ziel, Personen mit Migrationshintergrund und im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen durch das Angebot der unabhängigen Anerkennungsberatung und der Qualifizierungsberatung im Kontext der Anerkennungsgesetze beim Zugang zur Arbeit in Deutschland (und insbesondere bei der bildungsadäquaten Beschäftigung) zu unterstützen, setzt das Projekt AnQua einen Teil der Anerkennungsberatung im Rahmen des IQ Landesnetzwerk Berlin mit besonderer Expertise zu Qualifikationen aus der Türkei und dem arabischen Raum um.

Im Juni 2016 wandte sich Frau B. per Mail an die Beratungsstelle beim TBB, auf welche sie durch Recherche im Internet aufmerksam wurde und erhielt zur Klärung ihrer Fragen bezüglich ihres in der Türkei erworbenen Abschlusses als Ärztin eine E-Mail Beratung. Neben Informationen zu den gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen zeigte ihr der Berater vom TBB ihre individuellen Möglichkeiten im Anerkennungsverfahren sowie der Qualifizierung im Kontext der Anerkennungsgesetze auf. Zusammenfassend wurde Frau B. darüber informiert, dass es sich bei dem Abschluss und dem hiesigen Referenzberuf als Ärztin um einen in Deutschland reglementierten Beruf handelt und sie für die uneingeschränkte Tätigkeit als Ärztin die Approbation benötigt, für die sie bei der zuständigen Stelle in Berlin, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) einen Antrag stellen kann. Hinsichtlich der Approbationserteilung wurde Frau B. darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie im Falle festgestellter wesentlicher Unterschiede die Möglichkeit hätte, mittels einer sogenannten Kenntnisprüfung die Gleichwertigkeit des Abschlusses zu erreichen. Auch wurde sie auf das durch das LAGeSo geforderte B2 Sprachniveau zum Zeitpunkt der Antragsstellung sowie das erforderliche C1 Fachsprachniveau zur Berufsausübung informiert und bezüglich möglicher Qualifizierungsangebote hingewiesen.
Nach Erhalt dieser Informationen fragte Frau B. einen persönlichen Beratungstermin beim TBB an. In diesem wurden alle Schritte der Antragsstellung im Anerkennungsverfahren sowie die möglichen Qualifizierungswege einzeln und intensiv besprochen und die einschlägigen Dokumente gesichtet. Ferner wurde Frau B. bezüglich der Finanzierungsmöglichkeiten beraten.
Nachdem Frau B. nach einigen Monaten alle erforderlichen Unterlagen für die Antragsstellung zusammen hatte, wurde im Dezember 2016 ein Antrag zur Finanzierung des Anerkennungsverfahrens beim Anerkennungszuschuss des Bundes gestellt und die Übernahme der Kosten für die Antragsstellung beim LAGeSo und die Übersetzungen bewilligt. Im Nachgang zur bestandenen B2 Sprachprüfung im Januar 2017 wurden in einem Folgebratungstermin gemeinsam mit Frau B. alle Unterlagen für die Antragsstellung auf Approbation beim LAGeSo zusammengestellt und sie auf ihren Wunsch hin zum LAGeSo begleitet.
Nach Erhalt der Eingangsbestätigung vom LAGeSo im Februar 2017 und dem Hinweis, dass für die weitere Bearbeitung des Antrages der Nachweis eines medizinischen Fachsprachentest erforderlich ist, meldete sich Frau B. mit Unterstützung des Beraters in der IQ geförderten Qualifizierung bei der Charité International Academy zur Vorbereitung für die Fachsprachenprüfung Medizin bei der Ärztekammer Berlin an. Nach bestandener Prüfung legte Frau B. diesen Nachweis beim LAGeSo vor und erhielt kurze Zeit danach den Bescheid mit dem Hinweis, dass zum Nachweis des Kenntnisstandes eine Kenntnisprüfung erforderlich ist. Die Vorbereitung hierzu absolvierte sie ebenfalls bei der Charité International Academy und meldete sich zum nächstmöglichen Termin zur Prüfung an. Die Kosten beider Qualifizierungsmaßnahmen sowie der Kenntnisprüfung wurden durch den Härtefallfond Berlin übernommen.

Im Oktober 2017 hat Frau B. die Prüfung mit Erfolg abgelegt und im Nachgang hierzu durch das LAGeSo die Approbation erhalten. Aktuell befindet sich Frau B. in der Facharztausbildung im Bereich Dermatologie in einem Krankenhaus.

„Als Berater von Frau B. bin ich sehr glücklich über den positiven Ausgang des Verfahrens. Es war ein langer Prozess mit vielen Etappen. Die Motivation von Frau B. war ihr trotz der vielen Maßnahmen während des gesamten Beratungsprozesses von den Augen zu lesen. Ich denke, dass diese Motivation letztlich maßgebend für den Erfolg war und empfehle allen Personen mit im Ausland erworbener Berufsqualifikation, ihre Motivation nicht zu verlieren. Es gibt immer einen persönlichen Weg, das Ziel zu erreichen.“

 

Kontakt:

Projekt Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung (AnQua)
Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) e.V.

Oranienstr. 57, 10969 Berlin
Tel.: +49 (0)30 23 62 33 25

E-Mail: diploma@tbb-berlin.de
www.tbb-berlin.de